Hilfe! Ich brauche jetzt eine Mütze!

Welche Chemo Mütze soll ich wählen? Was passt zu mir? 

Fragen auf die es nicht so einfach ist, Antworten zu finden!

Ganz wichtig finde ich zunächst zu sagen, dass Sie durch die Situation, dass Sie gerade eine Chemotherapie machen müssen nichts an Ihrem persönlichen Stil, Ihrem Anspruch an sich und auch nichts an Ihrer Persönlichkeit ändert. Tragen Sie ungern gemustert oder stellen Sie sich nicht gerne in den Mittelpunkt, dann sollten Sie sich auch keine bunte Mütze aussuchen. Sie suchen also keine "Chemo Mütze" oder "Krebsmütze", sondern Sie suchen eine Kopfbedeckung, die zu Ihnen passt. 

Die meisten Kundinnen sagen erstmal : "Ich trage eigentlich nie Mütze!" und "Ich habe kein Hutgesicht"; sie haben vielleicht bei minus 20 Grad mal eine Mütze gegen die Kälte auf und haben daher auch keine Erfahrung im Mützenkaufen. In dieser haarlosen Zeit "immer" Mütze zu tragen bedeutet eine andere Herangehensweise an das Thema. Es lohnt sich, sich vorher ein paar Gedanken zu dem Thema zu machen. Natürlich erhebt dieser Leitfaden keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Allgemeingültigkeit, es sind nur Vorschläge!  Er gilt ganz allgemein und nicht nur auf meine Mützen bezogen.

1. Die Farbe

Schauen Sie in Ihren Kleiderschrank: Gibt es eine Farbe, die dort dominiert? Dann könnten Sie diese Farbe aufgreifen. Eine andere Entscheidungsmöglichkeit für die Farbwahl ist Ihre Haarfarbe: Erfahrungsgemäß ist der Anblick, den Sie im Spiegel sehen um so "normaler" je mehr die Mützenfarbe Ihrer Haarfarbe gleicht. Das klappt sehr gut bei grauhaarigen oder auch bei dunkelhaarigen Frauen. Blonden Frauen mit blauen Augen steht meist ein taubenblau sehr gut, es lässt die Augen strahlen.

3. Die Form

Die Haare geben dem Kopf Volumen und damit ergibt sich eine Proportion im Verhältnis zum Köper. Fehlen nun die Haare, sieht der Kopf im Verhältnis zum Körper kleiner als gewohnt aus und das wirkt unproportioniert. Sie sollten bei der Wahl Ihrer Mütze darauf achten, dass durch die Mütze etwas Volumen erzeugt wird und das nicht nur am Hinterkopf sondern auch an den Seiten.  Dieses ist umso wichtiger je fraulicher Ihre Figur oder je runder oder auch länger Ihr Gesicht ist. Eng am Kopf anliegende Mützen (wie z.B. die Bandanas) stehen den wenigsten Frauen, sind also eigentlich nur als Nachtmütze (die muss eng sein) geeignet. Die beliebteste Mütze meiner Kollektion ist das Modell Fashion: ich habe (wirklich) nur sehr wenige Frauen gesehen, der es nicht stand!  

 2. Bunt oder uni?

Erfahrungsgemäß gewöhnt man sich am schnellsten an eine uni farbene Mütze. Wenn Sie die für Sie passende Form gefunden haben, dann dürfen Sie aber auch ruhig mal mutig sein. Natürlich kommt es auch darauf an, welcher Typ Frau Sie sind: schlicht und elegant oder lebhaft und bunt. Sie könnten auch mit einfarbigen, neutralen Farben arbeiten und diese durch Bander oder Tücher in peppigen Farben tagesformabhängig zu Hinguckern machen. Schließlich fühlt man sich ja nicht jeden Tag gleich.

4. Der Anlass

Ihre Kopfbedeckung sollte auf Ihre Situation abgepasst sein: Mögen Sie es einfach (aufsetzen und fertig) oder sind Sie bereit und geschickt, ein paar Handgriffe zu tun (wie z.B. Tücher zu wickeln)? Wozu und wann möchten Sie sie nutzen: zum Walken oder eher fürs Theater? Folgende Kriterien sollten Sie aber in jedem Fall erfüllen: Sie sollten in keinem Fall drücken, sondern sollte sich bequem anfühlen. Nur dann werden Sie sie irgendwann so wenig spüren wie Ihre Haare.

5.  Die Jahreszeit

Natürlich kann man alle Jahreszeiten nicht mit einer Mütze abdecken. Eine Mütze, die bei minus 10 Grad warm hält,  ist natürlich für den Sommer zu warm. Entscheiden Sie sich für zwei Mützen: eine Nachtmütze (die brauchen Sie in jedem Fall) und eine Tagesmütze. Im Winter oder wenn Ihnen kalt ist ziehen Sie beiden Mützen einfach übereinander.